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Offense Playbooks erstellen- Wie geht das?

Man hat ein neues Team gegründet, ist schon voll im Training und nun stellt sich die Frage nach den Spielzügen? Welche Spielzüge soll man nehmen? Wie viele braucht man überhaupt um in die Liga einsteigen zu können? Wie baut man ein Playbook auf? 

Zunächst einmal hat natürlich jeder Trainer seine Vorlieben und Stärken. Dazu kommt dann noch die Frage, nachdem welche Spieler man hat und wie man deren Fähigkeiten bestmöglich einsetzen kann? Das ist natürlich eine Frage, die jeder Coach für sein Team selbst klären muss. Wenn man aber schon eine Vorstellung davon hat, was man spielen möchte, dann gilt es diese Idee in Spielzüge umzusetzen. 

KISS Prinzip
Jeder von uns hat wohl davon schon einmal gehört, aber umzusetzen ist es nicht immer einfach. KISS bedeutet hier: "keep it short and simple". Es geht darum möglichst einfache und nachvollziehbare Spielzüge auszuarbeiten, die nicht so kompliziert sind, dass die Fehlerquote besonders steigt. Gerade bei Rookie-Teams führen komplizierte Spielzüge zu der anfänglichen Nervosität oftmals zu Strafen, die man überhaupt nicht gebrauchen kann.

 

Drei Basis Spielzüge

Unsere MPZ Methode wäre dann, drei Grundspielzüge zu definieren. Am besten Laufspielzüge. Von diesen Spielzügen aus kann man dann weitere Spielzüge definieren, die als "Konterspielzüge" in der Entstehung gleich aussehen, aber dann in eine andere Richtung gehen oder als Play Action zu einem Pass werden. Um die Verteidigung zu zwingen möglichst die ganze breite des Spielfeldes zu verteidigen fängt man in der Regel mit drei Arten von Spielzügen an: 

  • Ein Spielzug durch die "Mitte". Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt, Möglichkeiten gäbe es viele.
  • Ein Spielzug "Off Tackle", d.h. an der Außenschulter des Offense Tackles vorbei.
  • Ein sogenannter Perimeter Spielzug, der weit außen an der Line vorbei gehen soll.  

Stehen diese Spielzüge erst mal und die Formationen, aus denen man diese Spielzüge spielen will, dann kann man das Playbook mit Play Action Pässen, Konterspielzügen und was sonst noch wichtig ist ergänzen. Welche Spielzüge genau genommen werden sollen, ist natürlich Sache des Coaches.

 

Wie viele Spielzüge nimmt man als Rookie-Team?

Es gibt zu dem Thema sicher so viele Meinungen wie es Trainer gibt, wir empfehlen als Richtlinie so 5-8 Spielzüge. Das reicht für die erste Saison allemal aus! Das sieht nach sehr wenig aus, aber man kann diese Spielzüge durchaus variieren: Beispielsweise indem man diese aus verschiedenen Formationen spielt und einmal über links, dann wieder über rechts. Das reicht aus, um genügend Varianten zu haben.

 

Pässe bei Rookie Teams
Es gibt sehr viele unterschiedliche Arten von Pässen. Bei neuen Footballteams empfiehlt es sich vor allem mit einer davon zu arbeiten: Play Action Fakes. Angetäuschter Lauf und anschließender Pass. Wichtig ist allerdings, dass man auch hier sich auf das wesentliche konzentriert. Was war noch mal 9? Flat Post? Wer zu viele Routes hat wird schnell feststellen, dass es immer irgend jemanden gibt, der gerade nicht weiß, was eine 9 Route ist. Eine weitere Beobachtung ist, dass bei vielen Anfängerteams die Passrouten schon im Training alles andere als exakt gelaufen werden. Da wird ein Slant zum Post und ein Quick Out zur Out Route. Kein Wunder, dass man damit kein Timing im Spiel aufbauen kann. Also auch hier ist weiniger mehr. Lieber eine Handvoll Routes exakt und gut gelaufen, als 10 schlecht. 

 

Konzeptspielzüge
Einen neuen Trend diesbezüglich gibt es in den USA. Dort entstehen die Spielzüge aus einem Konzept heraus, um Vorteile gegen bestimmte Coverages und Box-Aufstellungen erzielen zu können. Playbooks werden da radikal zusammengestrichen, indem man z.B. bei einem Passkonzept für beide Seiten ein eigenes Konzept spielt- vereint in einem Spielzug. Manchmal kommt dann sogar noch eine Option mit dem Laufspiel dazu, oft als RPO gespielt. Das kürzt das Playbook radikal und bietet trotzdem sehr viele Möglichkeiten auf den Gegner zu reagieren. Allerdings muss man dazu sagen, dass für diese Spielarten ein sehr talentierter Quarterback benötigt wird. Daher kann man Rookie Teams nur raten, diese Spielarten zu lassen. Es braucht ein sehr gutes Footballverständnis um so etwas erfolgreich spielen zu können. 

 

Fazit

Wer ein adäquates Playbook zum Anfangen erstellen möchte, sollte sich klar darüber sein, dass im ersten Jahr die Basis gelegt wird, auf die man später aufbauen kann. Daher sollte man im zweiten Jahr auch kein komplett anderes Playbook erstellen, sondern die Basis einfach erweitern. Es geht darum gelernte Dinge zu vertiefen und auszubauen. Das ist sehr viel effektiver als sich mit Spielarten zu beschäftigen, die mindestens eine- manchmal mehr Stufen über dem eigenen Spielvermögen stehen. Auch in den USA fängt niemand mit Profifootball an, auch hier lernen die Spieler erst einmal die Basics.