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An den Spielern orientiert coachen oder am System?

Es gibt so Legenden beim American Football, einer hat es mal gelesen und plötzlich hört man überall Leute das gleiche reden. Einer der Legenden ist das Coachen, das sich immer an den Spielern zu orientieren hat. Aber ist das wirklich richtig?

Gehen wir es einmal anhand der Offense durch: 

Eine Orientierung des Spielsystems und des Trainings an die Spieler heißt, dass man immer vom Spieler aus denkt und sein System anpasst. Streng genommen müsste man dann das System und Training ändern, wenn sich z.B. Spieler verletzen, Spieler gerade ein Formtief haben und weniger spielen, Spieler das Team verlassen, wenn Neue dazu kommen etc.. Würde keiner machen oder? Logisch ist doch daher, dass ein am vorhandenen Spielerkader orientiertes Training und eine dementsprechende Philosophie ohnehin ein Kompromiss sein muss, zwischen den vielen unterschiedlichen Spielertypen, die man am Roster hat. 

Natürlich macht es Sinn, die Stärken der eigenen Spieler zu kennen und diese zu betonen, indem man das spielt, was deren Talent entspricht. 

Andererseits würde es auch Sinn machen, wenn sich ein Trainer an einem System orientiert, dass er kennt und coachen kann. Was nützt den Spielern ein an ihnen orientiertes System, wenn der Coach das nicht umsetzen kann?

 

Des Rätsels Lösung ist meiner Ansicht nach, dass ein Trainer sich für ein System entscheidet, dass er kennt und indem er kompetent ist, das er aber so anpassungsfähig gestaltet, dass er möglichst viele Spielertypen integrieren kann! Wenn man z.B. eine Pistol Offense spielt und der beste Ballträger ausfällt muss mein System flexibel genug sein, dass auch andere Spielertypen funktionieren. Wenn ich z.B. einen fullbackartigen Spieler habe, der sehr stark durch die Mitte laufen kann und meine anderen RB´s eher schnelle Läufer sind, dann muss mein Playbook Spielzüge enthalten, wie ich deren Stärke (z.B. Speed Spielzüge) nutzen kann. Oder ich betone mehr das Passspiel und versuche den Focus darauf zu legen- wenn ich dort starke Spieler habe. Dann muss ich auch nicht jede Saison komplett was neues machen und kann auf der Vorsaison aufbauen.